GESCHICHTE

Im Jahre 1890 gründete sich in Hamburg die Gesellschaft für Markt- und Kühlhallen und errichtete ab 1896 in der Köpenicker Straße ihre erste Berliner Eisfabrik mit Kühlhaus. Der zunehmende Bedarf an frischen Lebensmitteln führte 1901 zur Errichtung von Europas größtem Kühlhauskomplex auf einem Grundstück zwischen der Luckenwalder- und der Trebbiner Straße – zeitgleich mit der Hochbahnanlage Gleisdreieck. Die Anlage bestand aus den zwei Kühlhäusern – Kühlhaus I (mit Eisfabrik) an der Trebbiner Straße, Kühlhaus II an der Luckenwalder Straße 3, sowie dem Maschinenhaus dazwischen und dem Verwaltungsgebäude in der Trebbiner Straße 9. Die zwei Lagerhallen verfügten, mit dem komplett unterkellerten Grundstück, über eine Lagerfläche von über 9000 m² und  hatten ihren eigenen Gleisanschluss über den Anhalter Güterbahnhof.

Der gesamte Komplex war in einem Anklang an die norddeutsche Backsteingotik in Klinkerbauweise mit weißen Putzfeldern errichtet. Das Tragwerk allerdings war in moderner Stahlskelett-Bauweise errichtet. Bei den Geschossdecken kam, zum ersten Mal auf großer Fläche, Stahlbeton zum Einsatz.

Bis zum zweiten Weltkrieg konnten verschiedene Pächter Lagerraum, von einer kleinen Zelle bis zu ganzen Etagen, anmieten. Über vier Ammoniakkompressions-
maschinen in jeder Etage konnten Temperaturen von -6 bis 0 Grad erzielt werden. Auch die Wiederherstellung der historischen Dachlandschaft mit gemauerten Fialen soll dann erfolgen.

Den Krieg überstand der Komplex nur leicht beschädigt und wurde ab den fünfziger Jahren als Lagerstätte für die Senatsreserve benutzt. Teilweise waren dabei auch die Kühlmaschinen noch in Betrieb. In dieser Zeit wurden die Schmuckelemente der Fassaden und Dächer stark „vereinfacht“.

Trotz des recht guten Erhaltungszustandes wurden die südlich der das Grundstück kreuzenden Hochbahn gelegenen Gebäude 1979 abgerissen, um Platz für ein Verwaltungsgebäude der BVG zu machen. Übrig blieb lediglich das in Landesbesitz befindliche Kühlhaus II an der Luckenwalder Straße, welches um die Wende auch der Spitzhacke zum Opfer fallen sollte.

Durch den Einsatz und ein Gutachten des Architekten Dr. Helmut Maier konnte das Kühlhaus als bedeutendes Industriedenkmal unter Schutz gestellt werden.

Ab 2010 laufen nun die Umbaumaßnahmen, bei denen zunächst die alte Innendämmung aus Korkschrot in Bitumen entfernt und im zentralen Bereich, durch Herausnehmen von Deckenteilen und der Stahlkonstruktion, ein dreigeschossiger Raum (Kubus) herausgebildet wurde. Die alten stählernen Treppen waren für die zukünftige Nutzung als Versammlungsstätte nicht geeignet und mussten abgerissen werden. Dabei wurden aber, unter Aufsicht der Denkmalbehörde, zwei Treppenläufe an anderer Stelle in das Gebäude integriert.

Schon im Jahr 2011 konnte der Kubus als Ort für Kunstausstellungen sowie für die Modemesse „Premium“ verwendet werden. Nach schrittweiser Eröffnung soll das Haus in Zukunft im Bereich der Putzfelder der Trauffassaden eine Befensterung, sowie Terrassen im Dachbereich erhalten.