GESCHICHTE

 

Die Gesellschaft für Markt- und Kühlhallen wurde im Jahr 1890 in Hamburg gegründet. Sechs Jahre später gab die Gesellschaft ihre erste Eisfabrik mit Kühlhaus in der Köpenicker Straße in Berlin in Auftrag.

Die Eisfabrik reichte allerdings nicht aus, um dem stetig steigenden Bedarf an gekühlten Lebensmitteln gerecht zu werden, und so wurde im Jahr 1901 auf einem Grundstück zwischen Luckenwalder und Trebbiner Straße der größte Kühlhauskomplex Europas errichtet, zeitgleich mit dem Bahnhof Gleisdreieck.

Lagerung von Kaviar im Kühlhaus

Der Komplex bestand aus drei Gebäuden, Kühlhaus I, Kühlhaus II und einem Verwaltungsgebäude. Die zwei Lagerhallen maßen eine Fläche von mehr als neuntausend Quadratmetern und hatten über den Anhalter Güterbahnhof ihren eigenen Zugang zum städtischen Schienennetz.

Kühlhaus I und II wurden in Klinkerbauweise errichtet, angelehnt an die einzigartige norddeutsche Backsteingotik. Das Tragwerk der Gebäude war aus Stahl, modern in Form und Funktion gleichermaßen. Bei den Geschossdecken wurde – erstmalig auf großer Fläche – Stahlbeton verwendet.

Ansicht auf das Kühlhaus 1, im Hintergrund Kühlhaus 2 - das heutige Kühlhaus Berlin
Eistransport vor dem Kühlhaus

Nachdem der Komplex den Krieg praktisch fast unbeschadet überstanden hatte, fand er in den fünfziger Jahren als Lagerhalle für die Senatsreserve Verwendung. Viele der dekorativen Elemente auf dem Dach und an der Fassade wurden in dieser Zeit entfernt.

Trotz des guten Zustandes, in dem sich die Gebäude befanden, wurde der südliche Teil des Komplexes im Jahr 1979 abgerissen, denn an dieser Stelle waren Verwaltungsgebäude in Planung. Das im Landesbesitz befindliche Kühlhaus II blieb bestehen, doch auch dessen Tage sollten gezählt sein, der Abriss in den 90er Jahren stattfinden. Durch den Einsatz des Architekten Dr. Helmut Maier konnte das Kühlhaus bewahrt und unter Denkmalschutz gestellt werden.

Blick auf die Hochbahnanlage
Lagerung von Pelzen im Kühlhaus
Lagerung von Fleischwaren im Kühlhaus
Lagerung von Fischen im Kühlhaus
Vorderansicht des Kühlhaus 2, heutiges Kühlhaus Berlin

Das Kühlhaus Berlin blickt inzwischen einer vielversprechenden Zukunft entgegen. Seit 2010 finden Umbauarbeiten statt und 2011 öffneten bereits erste Teile des Gebäudes für Veranstaltungen. Heute werden fünf Etagen im Kühlhaus Berlin mit Events, Konferenzen und Ausstellungen bespielt. Einige Räume wie der Boden sind noch im Ausbau.

Hintereingang vor dem Umbau
Treppenhaus vor dem Umbau
Kubus - durch Deckenentnahme entsteht ein Raum mit Galerien © Philip Jaedicke